Am 13. September hast du in Garstedt neun Stimmen zu vergeben: drei für den Gemeinderat, drei für den Samtgemeinderat und drei für den Kreistag. Für jede dieser Wahlen hast du also drei Kreuze. Aber wem gibst du sie? Ein paar Fragen können bei der Auswahl helfen.
Drei Wahlen, jeweils drei Stimmen
Du kannst deine drei Stimmen ganz unterschiedlich einsetzen. Du kannst alle drei einer Liste geben – oder sie einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten geben. Dabei kannst du dich auf eine Liste beschränken oder deine Stimmen auf mehrere Listen verteilen.
Du kannst auch mehrere Stimmen derselben Person geben. Das nennt man Kumulieren.
Oder du verteilst deine Stimmen auf Kandidatinnen und Kandidaten verschiedener Listen. Das nennt man Panaschieren.
Kombinationen aus beidem sind ebenfalls möglich.
Ebenso kannst du weniger als drei Stimmen abgeben. Wichtig ist nur: Pro Stimmzettel dürfen insgesamt nicht mehr als drei Stimmen vergeben werden.
Was bewirken deine Kreuze?
Wenn du alle drei Stimmen einer Liste gibst, unterstützt du diese Liste insgesamt. Ihre Stimmen fließen in die Entscheidung darüber ein, wie viele Sitze sie im jeweiligen Rat erhält.
Wenn du dagegen einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten deine Stimmen gibst, unterstützt du ebenfalls deren Liste. Gleichzeitig stärkst du aber die jeweilige Person. Denn bei der Besetzung der Sitze spielt auch eine Rolle, wie viele persönliche Stimmen die einzelnen Bewerberinnen und Bewerber erhalten. Wer innerhalb einer Liste besonders viele persönliche Stimmen bekommt, kann dadurch gegenüber anderen Kandidierenden auf der Liste nach vorn rücken.
Erst anschauen, dann ankreuzen
Bevor du deine Kreuze machst, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Kandidatinnen und Kandidaten. Wer tritt für den Gemeinderat an? Wer für den Samtgemeinderat? Und wer kandidiert für den Kreistag?
Dabei kann es helfen, die drei Ebenen getrennt zu betrachten. Für den Gemeinderat ist vielleicht jemand besonders interessant, der die Entwicklung von Garstedt gut kennt. Für den Samtgemeinderat kann eine Kandidatin überzeugen, die sich intensiv mit Kitas, Schulen oder Feuerwehr beschäftigt. Beim Kreistag können wiederum andere Erfahrungen und Themen wichtig sein.
In der Wahlkabine reicht die Zeit kaum aus, um die Stimmzettel nach bekannten Namen abzusuchen. Hier findest du daher bereits vorab die Stimmzettelmuster für
Was wollen die Kandidaten vor Ort?
Ein Wahlprogramm muss dabei nicht möglichst viele große Forderungen enthalten. Interessanter ist, ob die vorgeschlagenen Themen zu den Aufgaben des jeweiligen Gremiums passen.
Was soll in Garstedt konkret passieren? Welche Ideen gibt es für das Dorf? Welche Ziele werden für die Samtgemeinde verfolgt? Und welche Themen sollen auf Kreisebene angegangen werden?
Auch die Frage nach der Finanzierung ist interessant. Eine gute Idee ist nicht automatisch ein gutes kommunales Wahlversprechen, wenn niemand erklären kann, wie sie bezahlt oder rechtlich umgesetzt werden soll.
Schau dich um im Dorf
Vielleicht kennst du jemanden, der sich seit Jahren im Verein engagiert, bei der Feuerwehr aktiv ist oder sich immer wieder für Projekte im Dorf einsetzt. Vielleicht gibt es aber auch jemanden, dessen politische Arbeit du bisher kaum wahrgenommen hast, dessen Ideen dich überzeugen.
Beides kann ein Grund sein, genauer hinzuschauen. Entscheidend ist nicht allein, wie bekannt jemand ist, sondern ob du dieser Person zutraust, die Interessen des Ortes verantwortungsvoll zu vertreten.
Nicht nur nach dem Parteibuch entscheiden
Bei einer Kommunalwahl können persönliche Erfahrungen besonders wichtig sein. In einem Dorf kennst du die Kandidatinnen und Kandidaten vielleicht persönlich. Du weißt, wie jemand diskutiert, ob jemand zuhört oder ob jemand bereit ist, unterschiedliche Meinungen auszuhalten.
Auch Wählergemeinschaften können eine interessante Alternative zu den bekannten Parteien sein. Sie sind häufig stärker auf lokale Themen ausgerichtet.
Das bedeutet nicht, dass Parteizugehörigkeit unwichtig ist. Sie kann Hinweise auf politische Grundüberzeugungen und übergeordnete Ziele geben. Bei einer Kommunalwahl sollte sie aber nicht das einzige Kriterium sein.
Eine Denkzettelwahl hilft dem Dorf selten
Wer mit der Bundespolitik unzufrieden ist, kann das bei einer Bundestagswahl entsprechend berücksichtigen. Bei der Kommunalwahl lohnt sich dagegen die Frage, ob ein Denkzettel tatsächlich etwas mit der Arbeit des Gemeinderats, des Samtgemeinderats oder des Kreistags zu tun hat.
Denn am Ende sitzt nicht die Bundespartei im Gemeinderat, sondern die Menschen, die du gewählt hast. Sie müssen sich mit den konkreten Fragen vor Ort beschäftigen und miteinander Lösungen finden.
Und nun: Geh wählen!
Vielleicht kennst du schon die Ideen einiger Kandidatinnen und Kandidaten. Vielleicht musst du dich erst noch informieren.
Vor allem aber nutze am 13. September deine neun Stimmen!