Kostenloses Notfallregister erhöht die Sicherheit von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Kostenloses Notfallregister erhöht die Sicherheit von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf

Notfallregister erhöht Sicherheit im Landkreis Harburg

Was passiert, wenn bei einem längeren Stromausfall plötzlich dringend benötigte medizinische Geräte ausfallen? Oder wenn du wegen einer Evakuierung dein Zuhause verlassen musst, aber auf einen Rollstuhl, ein Sauerstoffgerät oder andere lebenswichtige Hilfsmittel angewiesen bist?
Bisher wissen die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst oft nicht, wo sie im häuslichen Umfeld auf solche besonderen Notlagen treffen. Damit sich das ändert, setzen der Zivil- und Katastrophenschutz sowie die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Harburg künftig auf das bundesweite Notfallregister.

So funktioniert das Notfallregister

Die Kreisverwaltung bindet beide Bereiche über einen direkten Zugang an die im Register hinterlegten Informationen an. Damit diese aktuell, vollständig und aus erster Hand vorliegen, richtet sich das Notfallregister unter www.notfallregister.eu direkt an alle Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarfen im Landkreis Harburg.
Du kannst dort selbst oder mit Unterstützung von Angehörigen, Betreuenden oder Pflegediensten wichtige Informationen hinterlegen. Dazu gehören etwa Angaben zu gesundheitlichen Einschränkungen, benötigten Hilfsmitteln oder lebenserhaltenden medizinischen Geräten, die immer häufiger auch zu Hause und abseits von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen zum Einsatz kommen.
Die Daten werden ausschließlich von den registrierten Personen selbst beziehungsweise ihren Unterstützenden gepflegt und können jederzeit aktualisiert werden.

In Krisen- und Notfallsituationen, etwa bei einem länger anhaltenden Stromausfall, einer Evakuierung, einem Hochwasser oder anderen Gefahrenlagen, können die Leitstelle sowie der Zivil- und Katastrophenschutz in der Abteilung Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz auf diese Informationen zugreifen. So lässt sich benötigte Hilfe schneller und passgenauer organisieren.

Für wen sich eine Registrierung besonders lohnt

Besonders wichtig ist das Notfallregister für Menschen, die auf ein elektrisch betriebenes Beatmungsgerät, ein Sauerstoffgerät oder einen elektrischen Rollstuhl angewiesen sind.
Auch Dialysepatientinnen und -patienten oder Menschen, die regelmäßig auf medizinische Versorgung angewiesen sind, können von einer Registrierung profitieren.

Außerdem richtet sich das Angebot an gehörlose und schwerhörige Menschen, die akustische Warnungen oder Lautsprecherdurchsagen nicht oder nur eingeschränkt wahrnehmen können.

Über die im Register hinterlegten Kontaktdaten und Hinweise wissen Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst von diesen Menschen und können sie im Notfall gezielt erreichen und unterstützen.

In Deutschland gibt es bislang kein zentrales Register mit den Daten von Menschen mit Lebensunterstützungssystemen. Weder gibt es eine gesetzliche Grundlage dafür, noch sind Krankenkassen und Pflegedienste verpflichtet, entsprechende Patientendaten an die Katastrophen- und Bevölkerungsschutzbehörden zu melden. Deshalb hatte der Landkreis Harburg solche Informationen bereits vor einigen Jahren selbst abgefragt und möchte nun über das Notfallregister weitere und aktuelle Informationen gewinnen.

Information und Unterstützung bei der Anmeldung

In den kommenden Wochen wird die Kreisverwaltung gezielt über das Notfallregister informieren und dabei insbesondere auch Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie ambulante Pflegedienste über die Möglichkeiten aufklären, die das Register bietet. Bei Bedarf steht sie ihnen auch bei der Registrierung zur Seite.

Die Nutzung des Notfallregisters ist kostenlos. Registrieren können sich sowohl Einzelpersonen als auch Einrichtungen. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung findest du unter www.notfallregister.eu. Für Fragen steht dir außerdem Sabrina Horstmann in der Abteilung Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Harburg unter bevoelkerungsschutz@lkharburg.de zur Verfügung.

Quelle: Landkreis Harburg